Minimalismus ▷ Für mehr Leichtigkeit und Ordnung in deinem Leben.

Von Chris | Biohacking

Minimalismus ist etwas, das ich selbst erst vor etwa zwei Jahren in mein Leben integriert habe.

Der Minimalismus hat mein Leben und vor allem meinen Kopf deutlich leichter gemacht. Es fühlt sich “da oben” nun etwas aufgeräumter an.

Besonders für mich als Ordnungsfreak ist Minimalismus ein geeigneter Lebensstil, der es mir in vielen Belangen so viel einfacher macht.

Vielleicht kennst du folgendes Gerücht: „Minimalismus heißt, maximal 100 Gegenstände zu besitzen.“

Das ist Bullshit!

Minimalismus bedeutet, sich auf das Wesentliche und Essenzielle zu fokussieren. Es bedeutet, dass ich kein Gerümpel ansammle und nur Dinge besitze, die ich regelmäßig in Gebrauch habe.

Das gilt natürlich auch für Klamotten.

Als ich damals mit dem minimalistischen Lebensstil begann, brauchte ich einen gesamten Tag, um alle Klamotten und Gegenstände auszusortieren, die ich nicht mehr benutzte.

Dabei habe ich die letzten Jahre ganz alleine in einer gerade mal 80 m² großen Wohnung gelebt. Du kannst dir vorstellen, wie aufwendig das bei einer Familie mit zwei Kindern ist, die seit 10 Jahren in einem eigenen Haus wohnt.

Durch Minimalismus habe ich gelernt, welche Dinge wirklich wichtig für mich sind und einen positiven Beitrag zu meinem Leben leisten und nicht einfach nur Platz wegnehmen. So ist mein Kopf frei, damit ich mich um die wirklich wichtigen Dinge kümmern kann.

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Minimalismus hilft dabei, sich nicht vom Materialismus kontrollieren zu lassen und einen kleinen Schritt raus aus unserer Konsumgesellschaft zu gehen. Schließlich machen uns Konsum und materielle Güter nicht nachhaltig glücklich.

Bedeutet aber übrigens nicht, dass du dich einem völligen Konsumverzicht unterwerfen solltest. Absolut nicht!

 

Heute erzähle ich dir, wie ich zum Minimalismus gekommen bin, wie er mein Leben verändert hat, wie er auch dir helfen kann und welche Minimalismustipps ich für dich habe.

 

 

Was ist Minimalismus und in welchen Lebensbereichen findet er statt?

Das Schöne: Minimalismus kannst du in sämtliche Lebensbereiche integrieren: Minimalistisch Wohnen, Arbeiten, Ernähren, Reisen, Finanzen, etc.

Teilweise trage ich seit 5 Jahren dieselbe Jeans.

Ich reise schon seit mehreren Jahren nur noch mit Handgepäck, also mit einem Rucksack. Völlig egal, wohin und wie lange. In wärmere Gebiete ist es einfacher, in kältere etwas schwieriger, denn ein oder zwei dicke Pullis und der Rucksack ist bereits halb voll.

Ich reise seit Jahren nur noch mit Handgepäck

Auch das ist Minimalismus: Ich reise seit Jahren nur noch mit Handgepäck.

Mal im Ernst: Wie oft warst du schon in Urlaub und hast zu Hause festgestellt, dass du die Hälfte der eingepackten Klamotten nicht getragen hast?

Viele Menschen stoßen übrigens tatsächlich über das Reisen mit Handgepäck auf den Minimalismus.

Eine Warnung vorab: Wenn du mit Minimalismus startest und beginnst, deine Wohnung auszumisten und dich von physischem Besitz zu trennen, wirst du einen großen Stein ins Rollen bringen. Es kann dafür sorgen, dass du plötzlich anfängst, verschiedene Lebensbereiche zu hinterfragen.

Damit du nachher nicht sagst, ich hätte dich nicht gewarnt. 😉

 

Kennst du folgende Fragen zum Minimalismus?

Vielleicht stellst du dir auch regelmäßig folgende Fragen:

  • Ist mein Freundes- und Bekanntenkreis zu groß und zu oberflächlich? Kann ich mich auf weniger, aber dafür gute Freunde konzentrieren?
  • Konsumiere ich zu viel? Kann ich nur noch ganz gezielte Sendungen, Filme oder Serien im TV schauen oder streamen, statt gedankenlos alles Mögliche zu konsumieren?
  • Brauche ich wirklich so viele unterschiedliche Outfits, wenn ich immer nur dieselben zwei oder drei trage? Kann ich den Rest nicht einfach spenden?

Je öfter du dich von Dingen trennst, um so einfacher wird es dir fallen, dich auch von Anderem zu trennen. Übung macht den Meister!

Mittlerweile gebe ich mein Geld lieber für Erlebnisse, Erfahrungen, persönliche Weiterentwicklung und Reisen aus, als für Materielles. Ich konsumiere immer noch gerne, aber ganz gezielt und nur Dinge, die ich brauche und wirklich regelmäßig in Verwendung habe. Jeder einzelne Gegenstand in meiner Wohnung ist regelmäßig im Einsatz.

Konsum wird niemals eine Leere in deinem Leben auf Dauer ausfüllen können. Erfahrungen, Erlebnisse und Beziehungen zu Menschen allerdings schon.

 

Welche Vorteile hat Minimalismus?

Minimalismus hat gleich mehrere Vorteile:

  • Er spart Geld.
  • Er macht dich frei.
  • Er schafft Platz.
  • Er reduziert deine Sorgen, denn je weniger du besitzt, desto weniger kann kaputt und verloren gehen oder geklaut werden.
  • Er schafft mehr Kreativität, da du freier und klarer im Kopf bist.

Ich liebe es, in einer aufgeräumten und ordentlichen Umgebung zu leben und Dinge, die ich brauche auf Anhieb zu finden.

Wenn ich auf Reisen in meiner Unterkunft einchecke, räume ich immer zuerst alle Unterlagen wie Preisliste, Stadtkarte, Hotelinfos, etc. weg, damit sie aus dem Blickfeld sind und ich mehr Platz für meinen eigenen Kram habe.

Wenn ich mich zum Arbeiten an meinem Schreibtisch sitze, ist der immer leer, sauber und aufgeräumt. Das macht einen riesen Unterschied. Wenn z.B. das Handy nur in Sichtweite ist, lenkt mich das schon ab und belastet mich.

Minimalismus_Schreibtisch

So sollte ein Schreibtisch idealerweise aussehen: Klar und aufgeräumt.

Auf meinem Laptop ist der Desktop sehr aufgeräumt und so gut wie leer. Im Browser habe ich meist nur einen Tab auf und wenn ich an einem konkreten Thema arbeite, sind nur die Programme geöffnet, die ich dafür brauche.

Mittlerweile blocke ich mir mindestens ein Mal im Jahr einen Tag, in dem ich meine gesamte Wohnung durchgehe und checke, was ich behalten möchte und was nicht. Stoße ich dabei auf Klamotten oder Gegenstände, die ich seit einem Jahr nicht mehr in der Hand hatte, kommen diese meist gnadenlos weg. Die Klamotten werden gespendet und die Gegenstände je nach Wert entweder verschenkt oder verkauft. Plattformen dafür sind z.B. Momox, ebay und ebay Kleinanzeigen.

Bei einem Umzug wird ebenfalls ausgeräumt und aussortiert. Bei allem, was ich dabei in der Hand habe, frage ich mich, ob ich es noch brauche oder nicht.

 

Wie kannst du mit Minimalismus anfangen? Ein minimalistischer Kleiderschrank war’s bei mir.

Minimalistischer Kleiderschrank

Ich liebes es, wenn auch mein Kleiderschrank aufgeräumt ist und ich sofort finde, was ich suche.

Ich möchte aufzählen, womit ich gestartet bin und womit ich den Grundstein für Minimalismus in meinem Leben gesetzt habe:

  • Sämtliche wichtigen Verträge und Unterlagen habe ich mit dem Smartphone eingescannt und in der Notizapp Evernote digitalisiert abgelegt.
  • Ich habe mir alle meine Versicherungen und Verträge angesehen und gekündigt, was ich nicht mehr benötige. Hierfür könntest du dir z.B. das Pareto-Prinzip zu Nutze machen!
  • Falls ich nicht über einen anderen Weg rangekommen bin, habe ich CDs digitalisiert und die Daten nun in der Cloud liegen, auf die ich von überall Zugriff hab. Ich nutze kaum noch Datenträger oder lokale Daten. Ich nutze Streaming-Dienste wie Spotify, Netflix, etc.
  • Ich habe bis auf ganz wenige Ausnahmen sämtliche Newsletter deabonniert. Dasselbe gilt auch für Facebook-Freunde oder Instagram Seiten.
  • Alle Bücher, die mir sowieso nie gefallen haben und die nur ungelesen im Schrank standen, habe ich verkauft oder verschenkt.
  • Ich habe alle Apps vom Handy gelöscht, die ich nicht mehr nutze und alle Programme vom PC, die ich nicht mehr brauche.
  • Außerdem lösche ich regelmäßig Fotos, Videos, etc., die sich über die Jahre auf dem Smartphone angesammelt haben und nicht mit einer schönen Erinnerung verknüpft sind.
  • Minimalistischer Kleiderschrank: Ich habe sämtliche Kleidung aussortiert, die ich nicht mehr trage. Wenn ich ein neues Teil kaufe, versuche ich, dafür ein altes loszuwerden. Inspiriert von Steve Jobs: Ein Outfit mehrfach kaufen, das man sowieso regelmäßig trägt. Spart unheimlich Energie. Vor allem morgens.
  • Ich habe sämtliche Küchengeräte aussortiert, die ich nur alle paar Jahre mal in Gebrauch hatte: Waffeleisen, Rührmaschine, Sandwichmaker, usw. Heute habe ich einen Wasserkocher, eine French Press für meinen Kaffee und einen Nutribullet für meine Smoothies, Bowls, etc.; mehr nicht.
  • Digitaler Minimalismus: Ich habe meinen Rechner und meinen Desktop aufgeräumt und eine neue Ordner- und Dateistruktur implementiert. So finde ich immer sofort, wonach ich suche.
  • Ich konsumiere deutlich weniger. Sei es Social Media, TV, Zeitschriften, Blogartikel, etc. – und, wenn ich konsumiere, dann nur sehr gezielt.
  • Ich habe nahezu keinerlei Deko in meiner Wohnung. Bei mir mag es zwar immer so aussehen, als wäre ich gerade erst frisch eingezogen, aber ich liebe es; ich fühle mich frei.
  • Selbst dieser Blog hier ist dem Minimalismus zum Opfer gefallen und ist nicht zugemüllt mit Werbung, Widgets oder sonstigem Bling Bling.

Vieles kann man sich heute ganz einfach leihen, statt es selbst zu kaufen. Das gilt besonders für Dinge, die man nicht regelmäßig nutzt, wie z.B. eine Bohrmaschine.

“Sharing Economy” ist das Zauberwort und wird immer mehr zum Trend.

 

Welche Fragen du dir stellen solltest.

Wenn ich mir etwas Neues kaufen möchte, stelle ich mir davor immer folgende Fragen:

  • Werde ich dieses Produkt regelmäßig verwenden oder verstaubt es im Schrank?
  • Wie oft werde ich das Produkt benötigen? Täglich? Wöchentlich? Monatlich?
  • Bietet dieses Produkt mir und meinem Leben einen Mehrwert? Inwiefern profitiere ich davon? (Zeit- oder Geldersparnis)
  • Kann ich mir das Produkt leihen, statt es selbst zu kaufen?
  • Muss ich für den Kauf des Produktes Schulden machen?
  • Brauche ich das Produkt wirklich schon heute oder vielleicht erst in einem Monat? (Das schützt vor Spontankäufen)

Materielle Besitztümer festzuhalten, kostet Energie und Kraft. Besonders, wenn du mit diesen Gegenständen irgendwelche Erinnerungen (positive und auch negative) verknüpfst. Loslassen und sich auf das Wesentliche zu besinnen, gibt uns mehr Fokus und bringt uns stärker in die Umsetzung. Raus aus dem reaktiven Modus, in dem die meisten Menschen sich Tag für Tag befinden.

Minimalismus extrem: Ich prüfe regelmäßig, ob ich irgendetwas in meinem Leben loswerden oder reduzieren kann. Dateien, Notizen, Apps, Ziele, Ideen, Pläne, etc. Alles, was nicht in irgendeiner Art essenziell und notwendig für mich und mein Leben ist.

Die Folge: Mehr Klarheit, Kreativität und Produktivität.

Kann ich dir nur ans Herz legen!

Minimalistisch einrichten: So sieht übrigens mein ideales Schlafzimmer mit einem minimalistischen Bett und einem minimalistischen Kleiderschrank aus:

Minimalistisches Schlafzimmer

Ein Zimmer nach meinem Geschmack: Schick, sauber, aufgeräumt – einfach minimalistisch.

Dabei gibt es keine allgemeinen Regeln. Minimalismus ist sehr individuell. Manche sagen, der Besitz eines Autos hätte nichts mit Minimalismus zu tun. Doch ich wohne auf dem Land und nicht in der Berliner Innenstadt. Ich brauche mein Auto, um von A nach B zu kommen.

Daher ist das für mich ein notwendiger Gegenstand.

Trenne dich von allem, was keinen Mehrwert in dein Leben bringt.

Viel Erfolg dabei.

 

Ein paar Produktempfehlungen und Bücher zum Thema „Minimalimus“:

Zuletzt aktualisiert am 25. September 2020 um 13:07 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

 

Zusammenfassung – Minimalismus kann dir zu mehr Leichtigkeit & Klarheit verhelfen.

Minimalismus macht deinen Kopf frei.

Fassen wir das soeben gelernte nochmal kurz zusammen:

  • Seit ich Minimalist bin, bin ich so viel freier im Kopf. Ich fühle mich außerdem leichter und kreativer. Es tut gut, Ballast abzuwerfen und den Überblick zu behalten. Ich übe mich regelmäßiger in Dankbarkeit für all das, was ich besitze und was mir wichtig ist.
  • Beim Minimalismus konzentriert man sich auf das Wesentliche und sammelt kein Gerümpel an. Er ist was sehr Individuelles; es gibt keine festen Regeln.
  • Minimalismus kann auf viele Lebensbereiche angewandt werden und zeigt uns, was wirklich wichtig ist und einen Mehrwert bringt.
  • Konsumiere nur gezielt und gebe dein Geld lieber für Erfahrungen und Erlebnisse aus.
  • Sortiere mindestens ein Mal jährlich alles aus, das du nicht mehr in Verwendung hast. Du kannst es verschenken, spenden oder verkaufen.
  • Shared Economy: Statt dir Dinge zu kaufen, die du nicht regelmäßig nutzt, leihe sie aus und teile sie mit anderen.
  • Stell dir vor jedem Kauf die Fragen, ob dir das Produkt einen Mehrwert liefert, ob du es regelmäßig nutzt, es leihen statt kaufen kannst, ob du dafür Schulden machen musst und ob du es unbedingt jetzt brauchst.
  • Besitztümer festzuhalten kostet Energie und Kraft. Besonders, wenn sie mit Emotionen verknüpft sind.

 

Viel Erfolg beim Umsetzen!

Chris

 

Wie schauts bei dir aus? Wendest du bereits Minimalismus im Alltag an? Wenn ja, in welchen Lebensbereichen? Schreib’s mir in die Kommentare!

 

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Über den Autor

Ich stelle dir auf einfache Weise ​meine effektivsten Biohacks vor, so dass du sie auch ohne wissenschaftlichen Hintergrund verstehen kannst. Alle Ha​cks ​habe ich selbst im Einsatz, sind direkt umsetzbar und können mit wenig Aufwand in deinen Alltag integriert werden.

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